
Der Sommer scheint nun endlich zu kommen – gestern hatten wir fast 30° draussen, und auch heute früh glänzt das Wetter mit blauem Himmel und strahlender Sonne. Schön. Perfektes Wetter, um mit dem Fahrrad zur Hochschule zu radeln. Richtig weit ist es nicht, Luftlinie vielleicht 1.500 Meter. Aber ich muss ja auf die andere Elbseite, und so verlängert sich der Weg ein bisschen. Hier zeige ich Euch mal eine kleine Fotostrecke, wie mein Weg so aussieht. Viel Spaß!

Raus aus dem Haus – der Kreisverkehr bei mir direkt vor der Tür. Hier geht's los. Wittenberger Platz nennt der sich übrigens, noch schön mit Kopfsteinpflaster. In dem gelben Haus links im Bild ist ein NP, NiedrigPreis – ein Supermarkt.

Die Sandtorstraße Straße entlang, es geht ein bisschen bergauf, vorbei am Fraunhofer Institut, fahre ich an der Experimentellen Fabrik vorbei, ein bunt angemaltes, modernes Gebäude, in dem "experimentell" geforscht wird. Ich war noch nie da drin, aber das könnte ich auch mal nachholen.

Am Askanischen Platz, der ersten großen Kreuzung, kann man die Elbbrücken schon erahnen. Hier könnte ich auch in eine Straßenbahn steigen, in die 5 bis zur Messe. Aber das hab' ich nur ganz selten gemacht, weil's mit dem Fahrrad echt viel praktischer und schneller geht.

Jetzt fahre ich über die Elbbrücken, von denen man einen phantastischen Blick elbaufwärts hat – über die Elbe und auf Magdeburg-City. Am Horizont sieht man den Magdeburger Dom und rechts daneben das Kloster "Unser Lieben Frauen". Und am Elbufer gibts auch eine Strandbar, wie am Fischmarkt in Hamburg.

Gleich nach den Elbbrücken radel' ich noch über eine andere Brücke – die Friedensbrücke. Denn hier in Magdeburg gibt es, fast wie in Hamburg mit Norder- und Süderelbe, einen Nebenarm, der gar nicht weit entfernt wieder zu einer Elbe wird: die Alte Elbe.

Dazwischen liegt der Werder, eine Art Elbinsel mit netten Wohnhäusern und kleinen Stadtvillen. Auf der Elbinsel findet sich auch der Rotehornpark, also der Stadtpark von Magdeburg, der riesig groß ist. Da kann man auch gut Spazieren gehen, Picknicken, Radeln, Grillen, ...

Die Alte Elbe ist eher still und ruhig. Im Hintergrund erkennt man noch eine alte Brücke, die Anna-Ebert-Brücke. Und hier endlich auch mal zu sehen, ganz klassisch DDR – zwei "Sechzehner", also zwei Hochhäuser im Oststyle mit je 16 Etagen. Die Aussicht von da oben ist ziemlich stark. Aber der Blick von hier ist auch ganz idyllisch, oder? Nur zu Hochwasserzeiten ist hier mehr leben – dann "tobt" die Alte Elbe und das Wasser schiebt sich unaufhaltsam durchs Flussbett – in Richtung Heimat.

Kurz bevor ich in Richtung Herrenkrug abbiege komme ich noch an den Ministerien vorbei. Da weiß ich gar nicht genau, was dort früher mal gewesen ist. Aber die Gebäude sind allesamt schick.

Vorbei am Nautica, einer Badelandschaft, in der ich auch schon öfter mal war, fahre ich nun an der Haltestelle Messehalle vorbei, wo die Straßenbahn 5 endet. Mit Glück kommt hier noch 'ne 6 – dann könnte man umsteigen und das letzte große Stück auch noch mit der Bahn fahren. Aber meistens ist die natürlich gerade weg.

Nun geht es vorbei am Elbauenpark mit dem Jahrtausenturm. Der Park wurde zur Bundesgartenschau auf einem alten Militärgelände gebaut – und ist eine echte Oase. Mich wundert nur, dass da gar nicht so viele Leute hingehen. Da gibt's sogar eine Sommerrodelbahn, die wir immer noch nicht ausprobiert haben. Aber diesen Sommer ist es soweit – Matthias und Nico, seid ihr auch mit dabei?

Das letzte große Stück geht über einen breiten und asphaltierten Radweg, einer hervorragende Piste für Inline-Skater, mitten durch viele Bäume wie in einer schicken Allee. In der Mitte der Straße fährt die Straßenbahn 6 ab und zu mal vorbei.

Nach insgesamt etwa zehn Minuten bin ich auf dem Hochschul-Campus angekommen, der auch aus dem Gelände einer ehemaligen Russenkaserne entstanden ist. Wir haben da viel Grün, viel Wiese, viel Ruhe, überall kabelloses Internet – kurzum, der Campus ist ziemlich schick. Im Hintergrund sieht man schon das Audimax mit dem Mensa-Café, wo ich gleich mein Frühstück essen werde.

Jetzt zwei Vollkornbrötchen mit Salami – die ausgesprochen lecker sind , mit Salat und Liebe gemacht, und immer von netten Damen ausgegeben werden, die sich dazu auch noch jedes Mal freuen, wenn sie uns sehen. Nicht wie an der Uni, wo alles sehr unpersönlich ist. An der Hochschule kennt man sich. Das find ich ziemlich gut.

Und so sieht unser Fachbereich aus – das Bauwesen in Haus 7. Hier "wohnt" unser Professor, hier gibt's den Noten-Aushang, hier gibt's die Klausurenpläne, und hier haben wir auch schon so einige Stunden mit Unterricht verbracht. Und heute suchen André und ich uns einen Raum, um zu lernen. Mal sehen, wo wir landen werden...